Ratgeber · Normen

WoFlV oder DIN 277? Der Vergleich

Zwei Normen, ein Gebäude — aber unterschiedliche Ergebnisse. Was gilt wann?

Ihr Ansprechpartner: Moritz Pfaller · Sachverständigenbüro PFALLER, München

Die Unterschiede im Überblick

Wohnflächenberechnungen können nach zwei verschiedenen Normen durchgeführt werden. Beide messen dieselbe Immobilie — kommen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen.

KriteriumWoFlVDIN 277
Für wen?Wohnen, Miete, Erbschaft, FinanzamtGewerbe, Planung, Nutzflächen
Dachschräge unter 1 m0 % anrechenbarvollständig erfasst (ggf. gesondert ausgewiesen)
Dachschräge 1–2 m50 % anrechenbarvollständig erfasst (ggf. gesondert ausgewiesen)
Dachschräge über 2 m100 % anrechenbarvollständig erfasst
Keller/HeizraumNicht anrechenbarAls Nebenfläche
Balkone/Terrassen25–50 % anrechenbar100 % als Außenfläche
ErgebnisMeist kleinerMeist größer
Praxisregel: Bei Mietrecht und Finanzamt in der Regel WoFlV verwenden. Beim Verkauf an Privatkunden WoFlV, bei gewerblichen Transaktionen DIN 277. Im Zweifel: beide Normen berechnen lassen.

Welche Norm gilt wann?

Die WoFlV gilt unmittelbar für den öffentlich geförderten Wohnungsbau; im frei finanzierten Wohnraum wird sie regelmäßig herangezogen, wenn nichts anderes vereinbart ist. Für Wohnflächen wird üblicherweise die WoFlV verwendet, für Nutz- und Gewerbeflächen die DIN 277. Die DIN 277 ist die Norm für Architekten, Gutachter und gewerbliche Immobilien.

  • WoFlV: Mietverhältnisse, Finanzamt, Erbschaft
  • DIN 277: Architekten, Planung, Gewerbeimmobilien
  • Beide: möglich auf Anfrage in einem Dokument

WoFlV und DIN 277 im Mehrfamilienhaus

Im Mehrfamilienhaus werden oft beide Normen gebraucht – für unterschiedliche Zwecke. Die WoFlV beantwortet die Frage, wie groß jede einzelne Wohnung ist. Die DIN 277 erfasst die Grundflächen des ganzen Gebäudes vollständig und ohne die Anrechnungsregeln der WoFlV, gegliedert etwa in Brutto-Grundfläche und Netto-Raumfläche mit Nutzungs-, Technik- und Verkehrsflächen.

  • Je Wohnung (WoFlV): Mietvertrag, Mieterhöhung und Betriebskostenabrechnung. Haben die Mietparteien nichts anderes vereinbart, werden Betriebskosten grundsätzlich nach Wohnfläche umgelegt (§ 556a BGB).
  • Gemeinschaftsflächen: Treppenhaus, Gemeinschaftskeller oder Waschküche gehören zu keiner Wohnfläche; nach DIN 277 werden sie als Verkehrs- oder Nutzungsflächen erfasst.
  • Gewerbeeinheiten: Für Läden, Büros oder Praxen gilt die WoFlV nicht. Mietflächen werden dort nach Vereinbarung ermittelt, häufig auf Grundlage der DIN 277 oder von Richtlinien wie der MF/G der gif.
  • Planung und Kosten: Für Umbau, Sanierung oder Kostenschätzungen arbeiten Planer meist mit den Flächen nach DIN 277.
Praxisregel für Verwaltungen: Für jede Wohnung die Wohnfläche nach WoFlV, für das Gebäude auf Wunsch zusätzlich die Flächen nach DIN 277 – aus einem Aufmaß und getrennt ausgewiesen. Mehr dazu: Wohnflächenberechnung für Hausverwaltungen und WEG und Mehrfamilienhaus aufmessen.
Moritz Pfaller, Sachverständigenbüro PFALLER
Moritz PfallerIhr Ansprechpartner

Wir liefern beide Normen auf Wunsch

Auf Anfrage erstellen wir Ihre Berechnung nach WoFlV und DIN 277 in einem Dokument — ideal, wenn Sie sowohl vermieten als auch verkaufen möchten.

  • WoFlV: übliche Grundlage für Miete, Bank und Finanzamt
  • WoFlV / DIN 277: für Gutachten und Verkauf
  • Maßstäbliche CAD-Grundrisse inklusive
  • Fertig i. d. R. in 3–5 Werktagen nach Ortstermin
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